| Wilhelm fühlte sich am nächsten Tag merkwürdig unwohl. Es war ihm zu warm in seinen Kleidern, obwohl es spätsommerlich kühl war. Die Luft schien zu stehen, war durchtränkt von verschiedensten Gerüchen, die ihn fast betäubten. Das Wasser roch nach Fisch und vermoderndem Gras. Doch auch Erde, verfaulendes Obst, den Gestank von Jauche meinte er zu riechen. «Es gibt kein Fortkommen mehr», dachte er. «Bald ist die schöne Zeit zu Ende.» Er fühlte eine Gleichgültigkeit, die ihn lähmte. «Es nimmt alles seinen Lauf, wie es kommen muss», sinnierte er. «War ein Traum, bei Gott ein schöner Traum. Aber es will nicht so sein. Die Fröhlichkeit, die Heiterkeit, die Schönheit der Körper, der Duft italienischer Musik, die Lust sanfter Berührungen fließen davon wie jetzt das Schiff auf dem Fluss. Wenn ich zurückkomme nach Landshut, bin ich bankrott und muss mich dem Urteil meines Vaters, der Räte und der Jesuiten fügen. Mein Gott, wie schwach ist sogar ein Fürst!» Er war noch jung und fühlte sich schon am Ende. Deswegen, so meinte er, spielte es keine Rolle, was er jetzt tat. Er wollte nur noch kurze Zeit so verbringen, wie er es sein ganzes Leben erträumt hatte. «Dann mag kommen, was will.»
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