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Der Venusmann. Roman
Pressespiegel
Baldur Bockhoff, Süddeutsche Zeitung, 7. Februar 1998

Es wird in diesem reichlich frei fabulierten Roman geliebt wie in einem üppig florierenden Freudenhaus, woran sich bigotte Betbrüder durchaus reiben mögen. Ob jedoch diese sexuellen Veitstänze historisch belegbar sind oder nur als ruhmfördernde On dits zugeliefert wurden - wer will schon, weil es nichts besagt, die genaue Zahl von Don Juans Verführungen wissen? Messmer erzählt lebhaft, bietet ein durchaus buntes Bild barocken Lebens im 18. Jahrhundert, soweit es das höfische oder katholische ist.


Vogue, November 1997

Vom Operationstisch auf die Opernbühne: Farinelli hieß der Kastrat mit der Engelsstimme, Kunstgeschöpf, Idol des Androgynie. Entmannt, und doch Sexprotz für Primadonnen, Kardinäle, Könige. Ein glücklos Liebender, ein Verführer, hofiert und von der Inquisition verfolgt, niemals in seinem Ruhm zur Ruhe kommend. Das Leben eines Popstars des Barock. Neapel, Venedig, Paris, Madrid - der mondänen Musikerkarriere zwischen Begierden und Intrigen ist ein überbordender biographischer Roman gewidmet.


Theo Körner, Westfälische Rundschau, 1. Dezember 1998

Die Wirklichkeit der Zeit wird plastisch geschildert, mit aller Brutalität der Inquisition, mit allen sexuellen Ausschweifungen, an denen insbesondere die beteiligt waren, die es eigentlich nicht durften: Priester und Bischöfe. Der Autor vermittelt ein lebendiges Bild der Epoche.

Manfred Rieger, Deutsche Welle, 9. Dezember 1997

Farinelli - Mann oder Weib? Es war ja nicht nur die Stimme. Es war die ganze Persönlichkeit, das Mannsbild oder Frauenzimmer, das die Menschen jener Zeit aus der Fassung brachte. Die Faszination steigerte sich bis zum Aufruhr, wenn weniger zart besaitete Gemüter es wissen wollten und dem Sänger schon mal die Kleider vom Leib rissen. Ein bartloses Gesicht, Brüste und Beine wie eine Frau, zwischen den Beinen aber doch unübersehbar das wichtigste Attribut der Männlichkeit. Die Kastration des Knaben Carlo war nur unzulänglich vorgenommen worden.
Ein wahres Sündenbabel, dieses Italien des 18. Jahrhunderts, so wie Messmer es beschreibt, reißerisch und farbenprächtig. Er habe sich, so liest man in einer Nachbemerkung, bei der Rekonstruktion der Lebensumstände jener Zeit außer auf literarische Quellen auch auf Bildquellen des Rokoko und Barock gestützt. Einen beliebigen historischen Kolportageroman wollte der praktizierende Musiker Messmer - er ist künstlerischer Leiter der Landshuter Hofmusiktage - gewiß nicht schreiben. So können die Leser im Verlauf der frei erfundenen Romanhandlung mit ihren zahlreichen Nebenfiguren und Nebenschauplätzen sich musikgeschichtlich immer sachkundig machen.


Eberhard Iro, Landshuter Zeitung, 13. Juli 1998

Messmer gelang es mit dem "Venusmann", ein farbiges Gemälde der Welt der Kastraten zu schaffen, einen leicht lesbaren, phantasievoll ausgeschmückten und durchaus an einem Wochenende zu verschlingenden Roman, der nichtsdestotrotz sorgfältig recherchiert ist, zu schreiben.