| Kastration | |||||||||||
| Er sah den Schatten des Dottore, der sich über seinen Bauch beugte, und die aufgeregten Arme der hin- und hereilenden Helfer. Da spürte er ein kaltes Etwas in seinen Sack eindringen und seine Hode herausreißen. "Aufhören, habt Erbarmen." Sein Herz pochte, er richtete sich auf, seine Beine und Arme schlugen um sich, doch hundert Hände, so schien es ihm, drückten ihn nieder. Er heulte, schrie so entsetzlich und grell, daß es Riccardo nicht mehr aushielt, den Raum verließ, tränenüberströmt sich übergab. Ach, es war so grausam! "Mutter, warum hast du mich verlassen?" Erneut drang die Hohlsonde in seinen Sack und riß die zweite Hode heraus. "Das ist unmenschlich. Ihr Menschenschinder, ihr Metzger, ihr Teufel!" Sein Körper zitterte, die Augen waren tränenüberströmt, das Gesicht gefährlich blau. "Au! Ich sterbe, mein Gott hilf mir!" Bis ins Dorf hinunter drang sein Schrei, ja selbst in den Bauernhäusern war er zu hören und die Frauen bekreuzigten sich und flüsterten: "Der arme Junge, sie haben wieder einen geschlachtet." Carlo spürte zwischen den Beinen einen stechenden, unerträglichen Schmerz, fast so, als ob sein Herz herausgerissen worden wäre. Dann flimmerte es um seine Augen, und tiefe Nacht senkte sich über ihn. |
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